FULL-SCALE ISCO-ANSATZ IN DER EISENBAHNGRUBE IN NIJMEGEN

Abgeschlossenes Projekt
ZUR ÜBERSICHT
Kunde
Gemeinde Nijmegen
AUSFÜHRUNGSORT
Nijmegen
PROJEKTSTART
01-04-2017
GEPLANTE FERTIGSTELLUNG

Projectbeschreibung

ÜBERBLICK


Ein Rangierbahnhof für Züge wurde infolge von Lecks, Leckagen und Füllverlusten von Kohlenwasserstoff-brennstoffen verunreinigt. Im Zeitraum von 2004 bis 2010 wurde eine In-situ-Sanierung durch Biosparing, Bioventing und Nährstoffdosierung durchgeführt. Nach der Sanierung mit Kosten in Höhe einer halben Million Euro blieb eine große Rest-Kontamination an TPH (Total Petroleum Hydrocarbons – Summe Erdölkohlenwasserstoffe) im Boden zurück!


INNOVATIVES AUSSCHREIBUNGSVERFAHREN


Eine weitere Sanierungsmaßnahme wurde in einem innovativen Ausschreibungsverfahren unter Festpreis-, Zeit-, Masse- und Zahlungsbedingungen abgeschlossen. Es gab zwei Auswahlkriterien. Bei einem festen Budget von einer Viertelmillion Euro sollte der Auftragnehmer angeben, wieviel Masse er nachweislich entfernen wird (70% Punktzahl). Der Plan des Sanierungsansatzes wurde auf die Machbarkeit getestet (30% Punktzahl). Eine Reihe von Auftragnehmern haben intelligente Lösung vorgeschlagen. Es gab aber auch Unternehmer, die beschlossen haben, kein Angebot abzugeben.


ÜBERLEGUNGEN UND AUSWAHL-ANSATZ ZUR SANIERUNG EINES TEILBEREICHS


Der Hauptanteil der Schadstofffracht lag im Horizont von 14,5 bis 18,5 m u.GOK und machte 47,9% der Gesamtfracht aus. Diese Masse befand sich in der oberen gesättigten Zone und ist somit leicht für biologische und chemische In-situ-Sanierungsverfahren verfügbar.

LABORTESTS


Durch Verknüpfung der Analyse-Ergebnisse einer aliphatisch-aromatischen TPH-Teilgruppe mit deren Stoffgruppeneigenschaften erhält man über einen Algorithmus eine Empfehlung über mögliche Sanierungsverfahren. In Nijmegen wurde festgestellt, dass 43% des Öls in Wasser löslich sind und dass mehr als 84% der Kontamination mäßig aerob biologisch oder chemisch abbaubar sind. Eine Literaturstudie zeigte, dass die chemische Oxidation mit aktiviertem Natriumpersulfat die besten Ergebnisse liefern würde. Im Labormaßstab wurden Tests mit alkalisch aktiviertem Persulfat und mit Wasserstoffperoxid aktiviertem Persulfat durchgeführt. Das mit Wasserstoffperoxid aktivierte Persulfat zeigte eine Schadstoff-Abnahme von 38-54% im Boden. Die Behandlung mit alkalisch aktiviertem Persulfat zeigte einen Abbau von 49-54% der TPH`s im Boden, hier mit 10 mal geringerer Mobilisierung von TPH in die Wasserphase. Das TPH war allerdings fast vollständig in der wässrigen Phase gelöst.


KOMPLETT-SANIERUNG


Die vollständige Sanierung wurde mit einer vollautomatisierten, ferngesteuerten ISCO-Einheit durchgeführt. Die Anlage gewährleistet eine vollständige telemetrische Überwachung mit 24h/7d-Betrieb. Wichtige Parameter wie der Injektionsdruck, die Menge und die Durchflussrate der Injektion, als auch die Bodentemperatur wurden kontinuierlich überwacht. Während der ersten Injektionsperiode wurde eine Menge von ca. 6.000 kg alkalisch aktiviertem Klozur ® Persulfat über 15 ISCO-Injektionspegel in den am stärksten verschmutzten Bereichen injiziert. Die Anwendung der chemischen Oxidation mit aktiviertem Klozur® Persulfat führt zur Erhöhung des pH-Wertes, des Redoxpotentials und des gelösten Sauerstoffgehalts. Der Vergleich der Schadstoffbelastung nach Beendigung der chemischen Oxidation mit der Belastung vor der chemischen Oxidation zeigte eine Abnahme von 49% TPH im Boden. Eine starke Mobilisierung des Produkts in die wässrige Phase wurde nicht beobachtet. Eine zweite Aktivierung des verbleibenden Klozur®-Persulfats führte zu einer endgültigen Reduzierung in Höhe von 55% der TPH-Belastung.


SCHLUSSFOLGERUNGEN


Das innovative Ausschreibungsverfahren hat zu einer intelligenten Lösung geführt, die auf einem ISCO-Ansatz mit aktiviertem Kluzur®-Persulfat basiert, gestützt auf die Ergebnisse des Labortests. Auch hier hat es sich gezeigt, dass diese Tests im Labormaßstab ein unverzichtbares Werkzeug bei der Konzeptentwicklung von ISCO-Sanierungsprojekten sind. Die Ergebnisse der Behandlungsstudien an Originalmaterial und die Full-Scale-Feldergebnisse entsprechen einander. Mit der erreichten TPH-Reduzierung von endgültigen 55% haben der Auftraggeber und die lokalen Behörden arrangiert, so dass das erreichte Sanierungsergebins als Sanierungsziel erreicht wurden


Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Gerard Borggreve

Manager In-Situ
+31653428252 Senden Sie mir eine E-Mail